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07.12.2011

Gemeinsame Werte in einer globalisierten Welt

Dass gesellschaftlich verantwortliches Handeln in verschiedenen Kulturkreisen unterschiedlich aufgefasst wird, ist uns allen bekannt. Seit Anfang 2011 soll dies nun mit der Norm ISO 26000 relativiert werden. Die vorliegende Norm gibt Antworten auf Fragen, die Industrie- und Schwellenländer beschäftigt:
Ist höchstens zwölf Stunden am Tag zu arbeiten ein Menschenrecht oder sollen es nur acht sein?

Die Norm ISO 26000 erscheint weitläufig noch wenig bekannt. Experten sprechen Ihr jedoch einen großen Nutzwert zu, bei der eine weltweit anerkannte Richtlinie für nachhaltiges Handeln etabliert wird. Wir fragen: Kann eine ISO-Norm die Kraft entwickeln, einen weltweit einheitlichen Standard für ethische Verhaltensweise im weitesten Sinne zu etablieren? Wir denken ja, aber es wird viel Zeit und Engagement insbesondere global agierender Unternehmen in Anspruch nehmen.

Die ISO 26000 befasst sich mit sieben Hauptthemen

  • Organisationsführung
  • Menschenrechte
  • Arbeitspraktiken
  • Umwelt
  • faire Betriebs- und Geschäftspraktiken
  • Konsumentenanliegen
  • Einbindung und Entwicklung der Gesellschaft

die mit Leben gefüllt werden konnten, und von Abgesandten aus 90 Ländern und Vertretern von 40 Organisationen sechs Jahre lang entwickelt wurde.

Im Buch "ISO 26000 in der Praxis" des Wirtschaftsprüfers und Rechtsanwalts Karl-Christian Bay wird beschrieben, dass diese Norm für alle Unternehmen sowie für Nichtregierungsorganisationen, Behörden und Gewerkschaften gleichermaßen gelte. Der Global Compact der UN spräche dagegen bisweilen nur Unternehmen an. Hinzu kommt das gerade für weltweit agierende Konzerne die Norm sehr nützlich sein könne, wenn man mit ihrer Hilfe beispielsweise Standards mit Zulieferern vereinbare und Arbeitsbedingungen in der globalen Lieferkette definiere.

Dass die Norm zum ersten Mal einen Konsens gefunden habe, was unter gesellschaftlicher Verantwortung zu verstehen sei, sieht Josef Wieland als "immensen Fortschritt". Josef Wieland ist Professor am Institut für Wertemanagement an der Universität Konstanz.

Als einen eher indirekten Vorteil der Norm betrachtet man die Tatsache, dass die Norm bei Berichtspflichten für Unternehmen ein wichtiges Referenzdokument sei.

Als Fazit können wir empfehlen sich mit dieser Norm zu befassen. Unserer Erfahrung nach setzen viele unserer Kunden schon mehr als 80% der in der Norm angeführten Regelungen im Rahmen ihrer internen Compliance oder Corporate Governance Richtlinien um. Die Umsetzung der ISO 26000 wird eine vertrauensbildende Maßnahme nach innen und außen und somit einen Mehrwert für viele Unternehmen darstellen.


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