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16.06.2011

Geldquellen - Wo sehen Unternehmen Potenziale?

Wo liegen die Stärken und Schwächen beim Mittelstand und bei den Großkonzernen? Die aktuelle Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach, beauftragt von der Kerkhoff Consulting GmbH, zeigt deutlich die Unterschiede:
www.kerkhoff-consulting.de
.

Bestätigt wird die allgemein bekannte These: je größer das Unternehmen – desto höher die Arbeitsteilung. Dies bedeutet leider auch, dass mit steigender Unternehmensgröße die Effizienz der Verwaltung abnimmt. Großunternehmen, also Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern und 50 Mio. Umsatz, setzen hier auf neueste Technik bei ihren IT- und ERP-Systemen, mit denen mehr Transparenz geschaffen wird. Informationen werden schneller übermittelt und somit schnellere Entscheidungsfindungen möglich gemacht. Während hier Entscheidungswege eher lang sind und über diverse Hierarchieebenen verlaufen, sind in kleineren Unternehmen die Entscheidungswege eher kurz.

Allen Unternehmen gemeinsam ist das Streben nach Kapital, um Verpflichtungen nachkommen und neue Märkte erschließen zu können.

So haben 73 Prozent der Unternehmen des produzierenden Gewerbes die Krisenjahre genutzt, um neue Geschäftsfelder zu erschließen. Investitionen wurden dabei zu 49 Prozent aus dem Eigenkapital finanziert und nur bei 15 Prozent der Befragten wurde überwiegend auf Fremdkapital zurückgegriffen. Die Studie zeigt aber auch, dass insbesondere größere Unternehmen mit über 1.000 Mitarbeitern zu 61 Prozent in der Lage waren, ihre Investitionen überwiegend mit eigenen Mitteln zu finanzieren, wohingegen der Anteil bei den mittleren Unternehmen bei nur 37 Prozent lag.

Großunternehmen beweisen demnach eine größere finanzielle Unabhängigkeit. Auch in der Beschaffung von Finanzmitteln stehen viele mittelständische Unternehmen eher konservativ da. 84 Prozent der mittleren Unternehmen sehen als zusätzliche Finanzierungsquelle den Kredit als Mittel der Wahl. Hier fehlen spezialisierte Finanzabteilungen, die auch über andere Geldquellen nachdenken. Vielfach lassen sich aber auch durch die Senkung des Umlaufvermögens weitere Refinanzierungskosten sparen. Hier arbeiten nur 31 Prozent des Mittelstands an einer Senkung des Working Capital, wohingegen zwei Drittel aller Konzerne aktiv sind. Um unabhängig von Geldgebern zu werden, ist es jedoch wichtig neben der Umsatzsteigerung, vor allem an die Kostensenkung im Unternehmen zu denken. Für die Erreichung dieser Zielvorgabe werden jedoch unterschiedliche Wege beschritten.

So sollen laut Studie bei allen Unternehmen in der Produktion, beim Einkauf und in der Beschaffung, aber auch beim Personal Kostensenkungen vorgenommen werden. Auffällig ist, dass im Bereich Produktion 57 Prozent der Großunternehmen, aber nur 48 Prozent der mittelständischen Unternehmen Einsparungen vorsehen. Im Bereich Logistik sehen 42 Prozent der Großunternehmen, aber nur 29 Prozent der Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern ein Einsparungspotenzial.

Aktuell nutzen nur 35 Prozent der Mittelständler eine interne Optimierung der Produktionsabläufe, um die Durchlaufzeiten in der Produktion zu verringern. Bei den Großunternehmen hat dies bereits jedes zweite Unternehmen umgesetzt. Eine Optimierung der Verwaltungsprozesse haben bei Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern bereits 69 Prozent durchgeführt. Unternehmen mit weniger als 1.000 Mitarbeitern sind nur zu 60 Prozent vertreten und bei Unternehmen mit maximal 250 Mitarbeitern sinkt der Anteil sogar auf 52 Prozent.

Bemerkenswert ist laut Studie der Mangel eines modernen Einkaufsmanagements bei großen, mittleren und kleinen Unternehmensgrößen. Besonders viel Potenzial geht hier in der Einbindung der Einkaufsabteilung ins Gesamtunternehmen verloren. Noch immer werden von 44 Prozent der Unternehmen Materialien von den Fachabteilungen eingekauft, ohne den Einkauf mit einzuschließen. Moderne Tools, wie zum Beispiel der „Cost Breakdown“ zur genauen Kalkulation der Kosten bei eingekauften Produkten, werden oftmals nicht eingesetzt.

Problematisch zeigt sich laut Studie auch das Thema Compliance. Kleine Unternehmen verzichten oftmals völlig auf Compliance Regeln. Viele Firmenchefs kleiner Unternehmen sehen hier keinen Bedarf an schriftlich festgehaltenen Regeln und deren Überwachung. Dies birgt eine unterschätzte Gefahr. Viel zu schnell geraten Unternehmen in Konflikt mit nicht eingehaltenen Gesetzen, Vorschriften und Richtlinien. Hier besteht akuter Handlungsbedarf.

Betrachtet man die vielen Verbesserungspotenziale der kleinen und mittelständischen Unternehmen, so darf man aber auch nicht außer Acht lassen, dass es gerade die mittleren Unternehmen sind, die im Bereich der Innovationen ganz klar im vorderen Feld liegen. Hier kommen zehn Prozent des Umsatzes von neuen Geschäftsfeldern, während die Prozentzahl bei Großunternehmen nur bei acht Prozent lag.

Auch beim Thema Frauenquote schneidet der Mittelstand deutlich besser ab. Sind bei mittleren Unternehmen in den Chefetagen 20 Prozent Frauen vertreten, so halbiert sich diese Quote bei großen Unternehmen.

Das Thema Fachkräftemangel steht im Mittelstand nicht so stark im Brennpunkt. So berichten zwölf Prozent der großen Unternehmen von Schwierigkeiten, offene Stellen für Führungskräfte zu besetzen, wohingegen bei kleineren Unternehmen nur sieben Prozent die Situation problematisch sehen. Vielleicht kommt hier die Anpassungsfähigkeit der kleineren Unternehmen auf das Angebot an Mitarbeitern zum Zuge. Mittelständische Unternehmen sind eher kompromissbereit bei Qualifikationen, solange der Mensch ins Unternehmen passt. Fehlende Qualifikationen werden dann eher durch Schulungsangebote für die Weiterbildung von Mitarbeitern ausgeglichen.

All diese Zahlen und Beispiele zeigen welches Potential in den kleinen und mittleren Unternehmen steckt. Dieses Potential kann durch die Hilfe von externen Beratern freigesetzt werden, ohne das eigene Management zu überfordern oder neue Mitarbeiter einzustellen. Wichtig ist dabei, dass externes Know-how zu messbaren Ergebnissen führt.


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